Pedale und Promille

Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte sich beim Alkoholkonsum zurückhalten. Foto: stock.adobe.com/© unikat

Radfahren in betrunkenem Zustand wird oft als Kavaliersdelikt abgetan. Dabei kann es schwerwiegende Folgen haben und sogar zum Verlust der Pkw-Fahrerlaubnis führen.

Sich nach dem Biergarten-Besuch mit ein, zwei Maßen intus auf den Sattel schwingen oder vom feucht-fröhlichen Weinfest im Nachbarort schnell mit dem Fahrrad heimflitzen: Das sind Verhaltensweisen, die gerade jetzt in der beginnenden warmen Jahreszeit wieder häufig zu beobachten sind. Viele Radler lassen dabei bewusst das Auto stehen und nehmen das Bike, weil sie etwas trinken wollen.
Doch Vorsicht: Eine Promillegrenze gibt es auch für Radfahrer. Zwar liegt sie mit 1,6 Promille deutlich über der für Autofahrer (0,5 Promille). Doch wer auffällig fährt oder einen Unfall verursacht, kann bereits ab 0,3 Promille belangt werden. Und da alkoholisiertes Radfahren nach deutschem Recht keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat darstellt, kann schon in diesem Fall eine Anzeige mit Gerichtsverfahren ins Haus stehen.

Fahrverbote drohen

Sehr drastisch sind die Folgen bei einem Alkoholpegel von 1,6 Promille und mehr. Drei Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg, eine empfindliche, nach Einkommen gestaffelte Geldstrafe und die Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) werden dann fällig. Das Gefährliche daran: Je nach Ergebnis der MPU kann nicht nur die Fahrerlaubnis für Fahrrad, Pedelec oder Mofa auf dem Spiel stehen, sondern auch für Kraftfahrzeuge. Denn, so die Annahme der Gutachter, bei Verkehrsteilnehmern mit so hohen Werten liegt ein Alkoholproblem nahe, das weitere Gefahrensituationen wahrscheinlich macht.
Wer betrunken Fahrrad fährt und in einen Unfall verwickelt wird, hat ebenfalls schlechte Karten: Ihm droht der Ausfall der eigenen Haftpflichtversicherung. Gegnerische Unfallschäden, Behandlungskosten, Schmerzensgeld und Verdienstausfall müssen in diesem Fall aus eigener Tasche bezahlt werden.
Dieselben Regeln wie für Fahrräder gelten übrigens auch für E-Bikes mit Motorunterstützung bis 25 km/h. S-Pedelecs mit einer Geschwindigkeit bis 45 km/h werden dagegen wie Kraftfahrzeuge behandelt. Der Fahrer muss sich also an die 0,5-Promille-Grenze halten.
Fest steht: Rad fahren mit Alkohol im Blut gefährdet den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer. Deshalb: Wenn es mehr als ein kleines Bier oder ein Gläschen Wein sein soll, lieber aufs Taxi, die Mitfahrgelegenheit oder den öffentlichen Nahverkehr umsteigen.

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