Lichttechnik: Der Klügere blendet aus

Foto: stock.adobe.com/Smileus

Als Gottlieb Daimler 1886 das erste Kraftfahrzeug vorstellte, spielten Scheinwerfer nach heutigem Vorbild noch keine Rolle. Das sollte sich erst mit zunehmendem Verkehr auf unseren Straßen ändern. Halogen-, Xenon-, LED- und Laserlicht revolutionierten die Fahrzeugindustrie. Künftig könnten Autos mit Licht sogar kommunizieren.

Fest das Lenkrad im Griff, den Blick konzentriert durch die Windschutzscheibe gerichtet, fahren wir mit gemäßigter Geschwindigkeit durch die Nacht. Der schmale Lichtkegel der gelb leuchtenden Scheinwerfer erfasst Bäume und Sträucher neben der Fahrbahn und manchmal auch die reflektierenden Augen eines vorwitzigen Hasens am Straßenrand. Ein Regenschauer überzieht die Fahrbahn mit einem trüben Vorhang langer Fäden. Plötzlich steht da dieses Reh, nur noch wenige Meter entfernt ...

Diese und ähnliche Schreckmomente haben schon viele Autofahrer erlebt. Ob Wild, dunkel gekleidete Fußgänger, Rad- oder Rollerfahrer – es gibt viele Möglichkeiten in der dunklen Stadt, auf der Landstraße oder Autobahn Wild oder andere Verkehrsteilnehmer zu übersehen. Widrige Wetterbedingungen verstärken noch die Situation: „Durch die nasse Fahrbahn wird zum einen der Sichtbereich des Fahrers stark eingegrenzt und zum anderen so viel Licht von der Straße wegreflektiert, dass es zu einer erhöhten Blendung anderer Verkehrsteilnehmer kommen kann“, erklärt Dr.-Ing. Jonas Kobbert von der Technischen Universität Darmstadt, Fachbereich Lichttechnik. Und das führt nicht selten zu Stress und in der Spitze zu folgenschweren Unfällen.

Landstraßen besonders gefährlich

So registrierte das Statistische Bundesamt im vergangenen Jahr von insgesamt 2.636.468 polizeilich erfassten Unfällen auf deutschen Straßen 56.843 bei Dunkelheit und 15.744 in der Dämmerung. In der Gesamtbetrachtung entspricht das knapp drei Prozent. Klingt wenig finden Sie? Umso besorgniserregender wird es aber mit Blick auf die Statistik der tödlich Verunglückten. Von 3.275 Getöteten starb ein Drittel nach Sonnenuntergang. Wie die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) darüber hinaus herausfand, werden nachts fünfmal so viele Fußgänger auf Landstraßen getötet wie tagsüber, dabei sind Landstraßen nachts gegenüber anderen Straßenkategorien nur zu 20 Prozent frequentiert. Mit 40 Prozent der tödlich Verunglückten bei Dunkelheit übernehmen sie allerdings die unrühmliche Rolle des Spitzenreiters aller Straßenkategorien!

Natürlich sind nicht alle Unfälle auf unzureichende Sicht- und Lichtverhältnisse zurückzuführen, auch Alkohol, überhöhte Geschwindigkeit oder Leichtsinn sind als Auslöser hinreichend bekannt. Dennoch ließen sich viele gefährliche Situationen, besonders außerorts, mit modernen Scheinwerfersystemen möglicherweise verhindern. Doch was bezeichnen wir heute als moderne Scheinwerfer?

Sie möchten den ganzen Artikel lesen?

Sie haben ca. 29% des Beitrags gelesen.
Dieser Artikel ist ein exklusiver Inhalt für ARCD-Mitglieder. Um weiterlesen zu können, loggen Sie sich bitte ein.

Sie sind bereits ARCD-Mitglied?
Dann loggen Sie sich jetzt ein.

Sie möchten ARCD-Mitglied werden?
Dann entdecken Sie unsere Tarife.

Notruf
Ihre ARCD Notfall Rufnummer:

Aus dem Inland:

0 98 41 / 4 09 49

Aus dem Ausland:

+49 98 41 / 4 09 49

24 Stunden erreichbar.

Für Sie erreichbar

Für alle Fragen rund um die ARCD Mitgliedschaft steht Ihnen unser Service-Team in der ARCD Clubzentrale (Montag bis Freitag von 08.00 bis 19.00 Uhr und an Samstagen von 09.00 bis 14.00 Uhr) gerne zur Verfügung.

0 98 41 / 4 09 500

Fax: 0 98 41 / 4 09 264
E-Mail: info@arcd.de