Köln und Bonn müssen Fahrverbote einführen

Auch Köln und Bonn sind im kommenden Jahr von Fahrverboten betroffen. Wie die Fahrzeuge aber von der Polizei kontrolliert werden sollen, ist zur Zeit unklar. Foto: stock.adobe.com/agrarmotive

Nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hat das Kölner Verwaltungsgericht am 8. November 2018 entschieden, dass die beiden NRW-Städte Köln und Bonn im kommenden Jahr Fahrverbote für Diesel und Benziner einführen müssen.

Betroffen sind ab April 2019 sowohl Besitzer von Dieselfahrzeugen der Euro-Norm4 und schlechter als auch Benziner der Abgasnormen Euro1 und Euro2. Ab September 2019 gilt das Fahrverbot auch für Diesel der Euro5-Norm. Umfasst das Fahrverbot in Köln rund 88 Quadratkilometer des links- und rechtsrheinischen Stadtgebietes und damit die gesamte Umweltzone, sind es in Bonn zwei Strecken der Reuterstraße und am Belderberg. Wie auch in Mainz oder Frankfurt haben die Richter allerdings eine Hintertür offengelassen. Sollten die hohen Schadstoffwerte deutlich reduziert werden können, würde das Gericht von den drastischen Maßnahmen absehen. Die Stadt plant, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. 

Flächendeckende Kontrollen unmöglich

Problematisch gestaltet sich für die Polizei und das Ordungsamt die Kontrolle der Fahrzeuge. Die roten, gelben und grünen Aufkleber hinter der Scheibe verraten nur die Schadstoffgruppe, aber nicht die europäisch genormte Schadstoffklasse (Euro 0 bis 6). Diese findet sich im Fahrzeugschein. Die Polizei könnte nur Stichprobenkontrollen vornehmen. Auch Bußgelder bei Verstößen gegen das Fahrverbot gibt es in NRW noch keine. Im Hamburg verlangen die Behörden 75 Euro für Lkw und 20 Euro für Pkw. Ordnungsämter sind nur für den ruhenden Verkehr zuständig, allerdings dürfte die Einsichtnahme in den Fahrzeugschein bei abgestellten Fahrzeugen ohne Fahrer oder Halter schwierig werden. 

Hardwarenachrüstung kommt zu spät

Kürzlich haben die beiden Autohersteller VW und Daimler bekanntgegeben, dass Halter von Dieselfahrzeugen der besonders betroffenen 15 Städte in Deutschland Zuschüsse zu Hardwarenachrüstungen bekommen sollen, mit denen die Abgaswerte der Euro5-Diesel deutlich gesenkt werden könnten. Branchenexperten rechnen allerdings mit bis zu zwei Jahren, bis nennenswerte Stückzahlen an Nachrüstanlagen bereitstehen. Für die meisten Verbraucher zu spät, um den drohenden Fahrverboten in Stuttgart, Düsseldorf, Aachen, München, Frankfurt am Main, Berlin, Mainz und jetzt auch in Köln und Bonn ab 2019 noch zu entgehen. 

Notruf
Ihre ARCD Notfall Rufnummer:

Aus dem Inland:

0 98 41 / 4 09 49

Aus dem Ausland:

+49 98 41 / 4 09 49

24 Stunden erreichbar.

Für Sie erreichbar

Für alle Fragen rund um die ARCD Mitgliedschaft steht Ihnen unser Service-Team in der ARCD Clubzentrale (Montag bis Freitag von 08.00 bis 19.00 Uhr und an Samstagen von 09.00 bis 14.00 Uhr) gerne zur Verfügung.

0 98 41 / 4 09 500

Fax: 0 98 41 / 4 09 264
E-Mail: info@arcd.de