Kleine Kollisionen können teuer werden

Auch vermeintlich kleine Unfälle können hohe Schadensummen nach sich ziehen. Foto: DEKRA

Alle zwölf Sekunden geschieht irgendwo in Deutschland ein Verkehrsunfall. In fast 90 Prozent der Fälle bleibt es nur bei Sachschäden. Doch auch vermeintlich kleine Kollisionen können häufig hohe Schadensummen nach sich ziehen. Augenscheinlich fast unbeschädigt, lauern unter der Oberfläche häufig stärkere Deformationen an tragenden Teilen.

In einem Crashtest des ARCD-Partners DEKRA prallt eine Mercedes-Benz C-Klasse mittig mit weniger als zehn Stundenkilometern auf einen ungebremsten Crashwagen. An diesem ist eine Anhängerkupplung montiert, er simuliert das Heck eines vorausfahrenden Pkw. Die äußeren Beschädigungen an der C-Klasse sind nach dem Aufprall auf den ersten Blick relativ gering. Am augenfälligsten sind leichte Deformationen in der Höhe des Kennzeichens am Stoßfänger sowie veränderte Spaltmaße an der Motorhaube. Nach der Demontage der Anbauteile und einer Karosserievermessung wird allerdings das ganze Ausmaß des Unfalls deutlich. Neben einem deformierten Querträger konstatieren die DEKRA-Experten verformte Längsträger sowie Beschädigungen an Wasserkühler, Klimakondensator und einem Kühlrohr der Servolenkung. Die Kostenkalkulation kommt auf eine Schadensumme von knapp 7.400 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Bauteile entscheidend für die Sicherheit

„Der Versuch zeigt, welche Folgen ein vermeintlich leichter Unfall haben kann. Bei weniger als 10 km/h würden die meisten Autobesitzer keine großen Beschädigungen erwarten“, sagt Bernd Grüninger, Bereichsleiter Gutachten der DEKRA Automobil GmbH. Genauer hinzuschauen lohnt sich also. Insbesondere die Deformationen an Quer- und Längsträgern sind entscheidend für das Crashverhalten eines Fahrzeugs. „Nur wenn diese Elemente intakt sind, kann das Fahrzeug die Insassen bei einem Unfall mit höherer Geschwindigkeit so schützen, wie die Entwickler es geplant haben“, warnt Grüninger.

Gutachter auch bei kleineren Schäden nutzen

Aus seiner Sicht machen die Crash-Ergebnisse deutlich, dass die Begutachtung von Unfallschäden durch einen Sachverständigen nicht zu ersetzen ist. „Für die fachgerechte Reparatur ist es ganz entscheidend, dass solche Schäden im Rahmen der Gutachten-Erstellung erkannt werden." Lediglich bei kleineren Parkremplern reicht ein Kostenvoranschlag einer Kfz-Meister-Werkstatt aus. Um Folgeschäden an anderen Bauteilen aber ausschließen zu können, sollte der Fahrzeugführer Fachkenntnisse mitbringen. Ohne spezielle Kenntnisse ist der Gang zum Schadensgutachter sicherlich empfehlenswerter.

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