Kennzeichen weg – was nun?

Mitgliederberater Stephan Kreuzer weiß, was zu tun ist, wenn die Kennzeichen plötzlich weg sind. Foto: Bettina Glaser

Allein 160.000 Kennzeichen werden Schätzungen zufolge in Deutschland jährlich gestohlen. Passiert das auch noch im Ausland, zum Beispiel während einer Urlaubsreise, ist es nicht nur ­ärgerlich, sondern kann schnell schwierig werden. Egal, ob ­gestohlen oder verloren – ist ­eines oder sind beide Autokennzeichen weg, heißt es schnell handeln. Was genau zu tun ist, erklärt ARCD-Mitgliederberater Stephan Kreuzer.

 

Kann ich ohne Kennzeichen noch nach Hause fahren?

Eigentlich nicht, denn Fahren ohne Schilder ist in Deutschland im öffentlichen Verkehr nicht erlaubt. Wer erwischt wird, dem droht eine Geldbuße in Höhe von 60 Euro. ­Möglicherweise drückt die Polizei dennoch ein Auge zu. Das gilt auch für das häufig verwendete Pappschild für die kurze Fahrt nach Hause.

Was muss ich nach einem Diebstahl oder Verlust tun?

Ist ein oder sind beide Kennzeichen gestohlen worden, führt der Weg zunächst ­einmal zur Polizei, um den Diebstahl anzuzeigen. Wichtig ist, dass der Halter grundsätzlich persönlich vorsprechen muss. Erst danach geht es zur Zulassungsstelle. Beim Verlust genügt eine eidesstattliche Versicherung auf der Zulassungsstelle.

Wie bekomme ich neue Kennzeichen?

Den Antrag stellt der Halter oder eine beauftragte Person (mit Vollmacht, Ausweis und Kopie des Ausweises des Vollmachtgebers) bei der ­Zulassungsstelle. Hier benötigt er die Diebstahlanzeige der Polizei oder die eidesstattliche Versicherung über den Verlust der Kennzeichen, die Zulassungsbescheinigung Teil I und II, den Prüfbericht der letzten Hauptuntersuchung oder einen anderen amtlichen Nachweis und den Personal- oder Reisepass. Ist nur ein Kennzeichen weg, muss auch das andere Nummernschild vorgelegt ­werden. Falls das Fahrzeug ­einer Firma, einem Verein oder einer sonstigen juristischen Person gehört, ist ­außerdem der Handels- oder Vereinsregisterauszug bzw. die Gewerbeanmeldung ­nötig.

Kann ich meine alte Nummer behalten?

Nein. Es ist eine sogenannte Umkennzeichnung erforderlich. Die Zahlen-Buchstaben-Kombination des geklauten oder verlorenen Kennzeichens wird zur Sicherheit für zehn Jahre gesperrt, damit Sie nicht verantwortlich gemacht werden, wenn ein anderer mit den alten Kennzeichen Ordnungswidrig­keiten oder Straftaten begeht. Diebe nutzen die gestohlenen Schilder beispielsweise gerne zum Verschieben geklauter Autos oder für den Spritklau. Deshalb sollten Sie auch ­umgehend Ihrer Versicherung Bescheid geben, denn im Falle eines Unfalls mit dem gestohlenen Kennzeichen könnte dieser sonst über Ihre Versicherung abgerechnet werden.

Welche Kosten entstehen?

Die Kosten können sich schnell summieren: für die Umkennzeichnung, die ­eidesstattliche Versicherung und natürlich die Schilder.
Der Autobesitzer erhält neue Papiere, und die Umwelt­plakette muss erneuert werden. Je nach Zulassungsstelle und Aufwand ist man ruck, zuck bei 75 bis 100 Euro. Die Belege sollte man unbedingt aufheben, denn wird der Dieb geschnappt, kann man ihn zur Verantwortung ziehen. Außerdem hilft möglicherweise ein Blick in die Versicherungsbedingungen: Es könnte sein, dass die Teilkasko-Versicherung die
Kosten übernimmt.

Was muss ich tun, wenn das Kennzeichen im Ausland wegkommt?

Ist der Kennzeichenverlust oder -diebstahl in Deutschland schon ärgerlich, wird es in der Ferne noch komplizierter. Dieser muss sowohl bei der Polizei im Ausland als auch nach Rückkehr bei der deutschen ­Polizei angezeigt werden. Fehlen beide Kennzeichen, darf das Auto im Ausland nicht mehr gefahren werden. Selbstgeschriebene Kenn­zeichen werden nicht von ­jedem ausländischen Polizeibeamten akzeptiert. Es hilft also nur, das Fahrzeug per ­Autozug oder Hänger zurücktransportieren zu lassen. Ist noch genug Zeit, kann sich ein Bevollmächtigter mit den nötigen Unterlagen am Heimatort um die Umkennzeichnung kümmern und die neuen Schilder an den ­Urlaubsort schicken.

Wie kann man sich vor einem Schilder-Diebstahl schützen?

Schützen geht nicht, aber zumindest erschweren kann man Gaunern den Kennzeichen-Klau, indem man das Schild direkt mit der Stoßstange verschraubt statt es in eine Plastikhalterung zu stecken. Nur mit Spezialwerkzeug lassen sich Torx-Schrauben oder diebstahlsichere Kennzeichenhalter öffnen. So wird vielleicht der ein oder andere Diebstahl verhindert.

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