Irland: Der ungestüme Norden

Eile ist in Irland wirklich fehl am Platz. Viel schöner ist es doch, in aller Gemütlichkeit die unberührte Natur anzuschauen und zu genießen. Und davon gibt es im ­nördlichen Abschnitt des Wild Atlantic Way im County Donegal mehr als genug.

Mit der Gemütlichkeit der Schafe. Der Norden des Wild Atlantic Way.

Krachend zerschellen die Wellen an den Felsen. Wasser spritzt zu allen Seiten und sucht sich den Weg in jede noch so kleine Gesteinsspalte. Nur um als weiße Gischt wieder zurück in den wilden Atlantik zu strömen. Wanderer können das Naturschauspiel gar nicht nah genug haben. Wollen noch näher ran und begeben sich auf den waghalsigen Pfad an den Klippen entlang. Das Ver­botsschild hindert sie nicht daran, weiterzugehen. Das haben schließlich schon andere gemacht. Sieht man an dem aus­getretenen Weg. Und schließlich stehen sie am nördlichsten Punkt Irlands: Malin Head. Nur ein, zwei Schritte weiter droht der Abgrund. Zerklüftete Felswände fallen steil hinab in das tosende Meer. So gefährlich und doch einfach wunderschön. Ein Ort wie von einer anderen Welt. Niemanden würde es wundern, wenn hier ein Raumschiff auf dem steinigen Untergrund landen würde. Das dachten sich vermutlich auch die Macher des neuen Star-Wars-Films. Sie drehten tatsächlich genau an diesem Ort Szenen für die Episode 8. Bauten sogar ein Raumschiff auf und ließen die Gegend für ein paar Tage komplett abriegeln. Nicht einmal Passagierflugzeuge durften über die nördlichste Spitze die Grüne Insel anfliegen. Viel Aufruhr, aber auch viel Aufmerksamkeit für diesen ganz besonderen Ort. Langsam rumpelt das Auto über die engen Straßen. Schnell fahren ist nicht möglich – und auch nicht Sinn der Sache. Sonst würden die Hauptattraktionen der Inishowen Halbinsel gar übersehen werden. Lange Traumstrände ziehen sich entlang der Buchten. Strände, von denen südeuropäische Urlaubs­regionen sich noch etwas abschauen können. So sauber der Sand, so klar das Wasser. Wenn es doch nur nicht so kalt wäre. Die Surfer interessiert das nicht. Für sie sind Pollan Beach oder Culdaff Beach wahre Paradiese. Etwas abseits der 160 Kilometer langen Rundstrecke auf der Inishowen Halbinsel liegt das Glendowen Studio. In dem kleinen Haus am Straßenrand fertigt Ann McGonigle Umhänge, Mäntel und andere Kleidungsstücke aus Tweed, der in der County-Hauptstadt Donegal aus der Wolle heimischer Schafe hergestellt wird. In ihrem kleinen, gemütlichen Laden verkauft die Irin neben ihren eigenen Produkten auch die anderer lokaler Künstler und Handwerker. Töpferwaren, Schmuck, Seifen, Kerzen. Produkte, die man so nicht in Souvenirläden findet. Einmal im Monat veranstaltet Ann McGonigle Sessions mit traditioneller irischer Musik. „Wir wollen Leute aus dem Ort zusammenbringen und die Kultur bewahren – auch für die Kinder“, sagt sie. Sogar für Urlauber ist immer ein Plätzchen frei.

Etwas Weißes flattert auf der Straße. Erst beim Näherkommen wird klar: Es ist ein Schaf, das nun über eine Brücke galoppiert und hinter der nächsten Kurve verschwindet. Dort warten seine Artgenossen bereits. Genüsslich kauend liegen sie im Schatten und bilden eine Traumkulisse für Mamore Gap. Hinter ihnen steigt eine schmale Straße, nicht breiter als ein Wirtschaftsweg, steil an. So steil, dass sie bergab als Skiabfahrt dienen könnte. Mit 30 Prozent Gefälle. Ein Radfahrer will es wissen und kämpft sich den Berg empor. In der Anstrengung verpasst er wahrscheinlich die Aussicht. Und die lohnt sich wirklich. Doch er hat vermutlich einen anderen Grund für die Strapazen. Hinter der Kuppe befindet sich eine beliebte Pilgerstätte mit kleinen Marienaltären.

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