Im Schatten kaiserlichen Prunks: das literarische Berlin

Wer die Reise-Experten des ARCD fragt, erhält ein selten einhelliges Bild: Berlin ist immer eine Reise wert. Dafür sorgt der unheimliche Facettenreichtum. Geschichtsbegeisterte begegnen hier noch immer Preußens Glanz und Gloria. Politikinteressierte erleben im neuen Regierungsviertel das Spiel der Mächtigen hautnah. Hinzu kommen Shoppingmöglichkeiten, die den Vergleich mit anderen Metropolen nicht zu scheuen brauchen. Nicht umsonst verzeichnete die Bundeshauptstadt also vor Corona knapp 35 Mio. Übernachtungen pro Jahr.

Es wird noch einige Zeit dauern, bis sich auf dem Kudamm wieder die gewohnten Menschenmassen tummeln, vollgepackte Einkaufstüten aus den Hackeschen Höfen getragen oder Fotos vom Reichstag geschossen werden. Auch in Berlin sorgt die Coronapandemie für vergleichsweise leer gefegte Straßen. Eine ungewohnte Situation, die den Blick frei gibt auf Ecken, Häuser und Plätze, die sonst im Trubel verborgen bleiben. Dazu zählen beispielsweise die Wohnstätten großer Literaten. Bereits seit dem 18. Jahrhundert schätzen Freigeister die Stadt an der Spree und finden hier bis heute Inspiration. Doch nicht immer hält der materielle Wohlstand mit dem Genius Schritt. Oft lebten und leben die Vordenker in einfachen Verhältnissen, sind privat Menschen wie Du und ich. Häufig eilen Touristen deshalb hektisch an unscheinbaren Gebäuden vorüber, oder historische Immobilien mussten zwischenzeitlich Bomben oder dem Zeitgeist weichen.

Aktuell geht es in Berlin etwas beschaulicher zu. Gelegenheit für die Redakteure von tip Berlin, sich einmal auf Spurensuche in der Hauptstadt zu begeben. Gefunden haben Sie gleich 12 Autoren aus Vergangenheit und Gegenwart, die Berlin zumindest temporär als Heimat wählten. Die Liste reicht vom legendären Erich Kästner über die bis heute allgegenwärtige Christa Wolf hin zu Nick Cave, einem der herausragendsten Songwriter seiner Generation. So unterschiedlich die benannten Charaktere auch sein mögen, es gibt eine Gemeinsamkeit: Sie haben in Berlin spuren hinterlassen. Manchmal braucht Fantasie um diese wahrzunehmen. Etwa im Falle Erich Kästners. Sein Wohnhaus an der Prager Straße steht längst nicht mehr, dennoch fühlt es sich im Wilmersdorfer Kiez so an, als könnte der durch Kästners Feder zum Leben erweckte Emil Tischbein samt seinen Freunden jeden Moment um die Ecke biegen. Es sind die Details in den Geschichten für klein und groß, die Kästners Texte so lebendig machen und die auch heute noch zu entdecken sind. Ein Kästner-Rundgang gilt deshalb als Geheimtipp für alle die mehr wollen als Kanzleramt und Brandenburger Tor.

Ganz anders verhält es sich mit Bertolt Brecht. Sein letzte Heimat an der Spree, das Brecht-Haus in der Chausseestraße ist heute ein Besuchermagnet. Doch es gibt weitere Orte, an dem Sie dem renomierten Gesellschaftskritiker ganz nah sein können. Die wenigsten davon finden sich in den gängigen Reiseführern wieder. Gleiches gilt für das Erbe Hans Falladas. Ein genialer Denker, der sich über viele Jahre mit dem Abfassen erotischer Literatur über Wasser halten musste und der sein wichtigstes Werk am Rande des Wahnsinns verfasste.

Es sind spannende Biografien, die Jacek Slaski mit seinem Team zusammengetragen hat - und die aneinandergefügt einen außergewöhnlichen virtuellen Stadtrundgang ermöglichen. Das Lesen lohnt sich und macht Lust auf den nächsten Berlin-Trip. Wahrscheinlich haben Sie ja ohnehin noch einen Koffer dort.

 

 

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