Hagel hat im Sommer Hochsaison

Der Gutachter erkennt noch feinste Hageleinschläge im Blech, die dennoch teure Folgen nach sich ziehen können. Foto: DEKRA

In den Sommermonaten müssen sich Autofahrer vermehrt auf Hagelschäden einstellen. In der Hagelsaison von Mai bis August werden Fahrzeuge am häufigsten und schwersten beschädigt. ARCD und DEKRA geben Tipps, was Autofahrer zum Thema Hagelschaden wissen müssen.

Hagelkörner entstehen in den niedrigeren Schichten von Gewitterwolken durch stark gekühltes Wasser, das zu Eis gefriert. Ihre Größe variiert und liegt zwischen 0,5 und bis zu maximal zehn Zentimetern Durchmesser. Nicht selten sprechen Meteorologen von golfballgroßen Hagelkörnern, die auf Fahrzeugen tiefe Dellen in die Karosserie schlagen können. Insbesondere Laternenparker leben in unseren Breitengraden mit der Gefahr, nach einem Sommergewitter ein verbeultes Auto vorzufinden. 

Kosten in Millionenhöhe

Neben Ärger produzieren die Naturgewalten auch enorme Kosten. Im Jahr 2016 mussten die Versicherer an rund 270.000 Fahrzeugen Kaskoschäden in Höhe von etwa 615 Millionen Euro regulieren. Wer weder über eine Garage noch einen Carport verfügt, wird sich vor den Eiskörnern kaum schützen können. Falls machbar, kann eine schnell übergeworfene Decke möglicherweise noch die schlimmsten Einschläge auf Autodach, Motorhaube oder Kofferraumdeckel verhindern. Hat das Fahrzeug einen Vorschaden, wie beispielsweise eine eingeschlagene Scheibe, ist der Halter verpflichtet, den Schaden insgesamt gering zu halten. Der Bereich wäre abzudecken, damit auch eindringender Regen vermieden wird und weitere Folgeschäden möglichst ausgeschlossen werden. 

Fall für die Kaskoversicherung

Der Hagelschaden ist in jedem Fall ein Thema für die Kaskoversicherung. Eine Hochstufung des Versicherungsnehmers ist allerdings nicht zu befürchten, wobei eine etwaige Selbstbeteiligung von der Schadensumme abgezogen wird. Die Haftpflichtversicherung reicht übrigens nicht aus. Der betroffene Fahrzeughalter ist immer verpflichtet, den Schaden seinem Versicherer unverzüglich telefonisch, per Brief, Fax oder E-Mail mitzuteilen. Dabei sind der Tag, die Uhrzeit und der Ort des Hagelschlages anzugeben. ARCD und DEKRA empfehlen, das Ausmaß des Schadens möglichst unmittelbar durch Fotos zu dokumentieren, wie etwa mit dem Smartphone. Dies kann bei späteren Fragen von Vorteil sein. 

Freigabe der Versicherung abwarten

Ist der Schaden entstanden, muss der Halter zur Reparatur zuerst die Freigabe seiner Versicherung einholen. Diese schaltet nach der Deckungszusage meist einen Gutachter ein, der den Schadenumfang ermittelt und den weiteren Reparaturweg festlegt. Aber Vorsicht: Selbst wenn mit bloßem Auge keine Beulen im Blech zu sehen sind, empfehlen die Experten der DEKRA, dennoch die Versicherung zu informieren. Feinste Dellen sind nur durch den Fachmann zu erkennen und dennoch teuer. 

Soll der Schaden bei eigenfinanzierten Fahrzeugen ausbezahlt werden, wird im Falle eines späteren zweiten Hagelschadens der bereits regulierte Erstschaden abgezogen. Bei fremdfinanzierten oder geleasten Fahrzeugen müssen die Schäden in der Regel über eine Fachwerkstatt repariert werden, da der finanzierenden Bank sonst ein Wertverlust am Fahrzeug droht. Eine Auszahlung ist dann nicht möglich. Der Beweis über eine etwaige Reparatur oder Teilreparatur ist vom Versicherungsnehmer selbst zu führen. Wichtig zu wissen: Reparaturkosten werden nur bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes erstattet. Schlussendlich ist im Versicherungsvertrag zudem zu prüfen, ob eine Werkstattbindung besteht; heißt, ob das Fahrzeug in einer Werkstatt instandgesetzt werden muss, die von der Versicherung vorgegeben ist.

Schaden beim Verkauf angeben

Wer sein Auto übrigens später verkauft, ist stets verpflichtet, einen früheren Hagelschaden gegenüber dem Käufer anzugeben. Ansonsten ist dieser unter Umständen berechtigt, vom Kaufvertrag zurückzutreten oder den Kaufpreis zu mindern.

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