Feiert Geburtstag: 60 Jahre mobiler Blitzer in Deutschland

Am 1. Februar 1959 blitzte es das erste Mal in Deutschland aus einem mobilen Radarmesswagen. Foto: Heinz Scholze

Ob versteckt in parkenden Fahrzeugen, getarnt als Säule und Anhänger oder ganz traditionell auf einem Dreibein im Dickicht stehend – mobile Blitzer finden sich heute in vielen Formen und Farben am Straßenrand wieder.

Ob aus Gründen der Verkehrssicherheit, der Beruhigung des Straßenverkehrs oder um Rasern Herr zu werden: der mobile Blitzer feiert heute Geburtstag. Vor 60 Jahren absolvierte die Polizei am 15. Februar 1959 zwischen Düsseldorf und Ratingen in Nordrhein-Westfalen ihre erste Messung aus einem VW Bus heraus.

Rückblick: Im Jahr 1952 hob die Regierung ein altes Gesetz von 1939 auf, in dem die zulässige Höchstgeschwindigkeit aufgrund der damaligen Benzinknappheit in Ortschaften auf 40 km/h und außerorts auf 80 km/h beschränkt war. Danach gab es in den Fünfzigerjahren in Deutschland kein Tempolimit mehr. Die Nachkriegszeit entwickelte sich rasant, Deutschland wurde im Zuge des Wirtschaftswunders wieder mobil, die kargen Kriegsjahre gerieten langsam in Vergessenheit. Das lässt sich auch am Fahrzeugbestand erkennen: Zwischen 1950 und 1953 verdoppelte sich die Zahl der Fahrzeuge auf nahezu fünf Millionen, im gleichen Zuge stiegen allerdings auch die Unfallzahlen und mit ihnen die Verkehrstoten von 7.000 auf mehr als 12.000 Personen an, darunter viele Kinder. Deutschland nahm dabei in Europa den Spitzenplatz in der Statistik ein. Erst ab 1. September 1957 war wieder Schluss mit der ungezügelten Geschwindigkeit. Die hohen Unfallzahlen zwangen die Regierung, innerorts ein Tempolimit von 50 km/h einzuführen. Auf Landstraßen und Autobahnen konnte allerdings weiterhin nach Gutdünken gefahren werden, wobei sich Autofahrer freiwillig an die Verkehrssituation anpassen sollten. Übrigens: Das Tempolimit von 100 km/h auf Landstraßen gilt erst seit 1973, die Richtgeschwindigkeit von 130 auf Autobahnen seit 1978.

Anfangs erfolgte die Messung per Stoppuhr

Doch mit der Einführung des Tempolimits von 1957 änderte sich an den Unfallzahlen zunächst nur wenig. Geschwindigkeitsübertretungen wurden von der Polizei per Stoppuhr gemessen und führten bei den ertappten Fahrzeugführern zu kontroversen Diskussionen um Recht oder Unrecht. Um die gemessenen Daten bei der Durchsetzung der Bußgelder wasserdicht zu machen, führte die Polizei am 15. Februar 1959 mit dem ersten mobilen Blitzer, einem VW T1-Radarmesswagen zwischen Düsseldorf und Ratingen (NRW), die erste Blitzermessung durch. Heute sind mobile Geschwindigkeitsmessungen allgegenwärtig anzutreffen und vielen Autofahrern dürfte der 60. Geburtstag des mobilen Blitzers nicht immer eine gute Erinnerung bescheren. 

Wiederentdeckt: der erste VW T1-Radarmesswagen

Der erste Radarmesswagen von VW wurde nach Jahrzehnten in einer Garage wiederentdeckt und gehört jetzt zur Sammlung von Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer in Hannover. Das Video zeigt Hintergründe und Anekdoten zum Fahrzeug.

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