Erste Führerscheinprüfung vor 125 Jahren

Verkehrsregelung am Potsdamer Platz in Berlin in den 1920er-Jahren. Foto: Polizeihistorische Sammlung, Berlin

Auf Veranlassung des neu ins Amt gekommenen Polizeipräsidenten von Paris, Louis Lépine, wurde am 14. August 1893 in der französischen Metropole an der Seine eine Anordnung ins Leben gerufen, nach der Automobilisten eine Führerscheinprüfung ablegen mussten. Aus heutiger Sicht markiert dieses Datum die Geburtsstunde der Verkehrsregeln, wie wir sie nach einer mittlerweile 125 Jahre andauernden Entwicklung heute kennen.

Anweisungen, um das Durcheinander von Menschen, Wagen und Vieh wenigstens einigermaßen in den Griff zu bekommen, gab es schon Tausende Jahre vor Louis Lépine. Bereits für die Antike haben Archäologen Hinweise gefunden, dass Fuhrwerke auf Wegen eher links fuhren. Auch die Truppen der Griechen, Ägypter und Römer schienen sich beim Marschieren auf „Linksverkehr“ eingestellt zu haben. Und berühmte Römer genossen ohnehin immer Vorfahrt, der sich das gemeine Volk beugen musste.

Mit Lépine jedoch begann etwas Neues. Er war offenbar der rauhen Sitten überdrüssig, die in Paris als besonders verkehrsreicher Stadt in Europa vorherrschten, und verlangte nun eine „Prüfung“. Die ersten Lizenzen wurden von Ingenieuren des Bergbauamts ausgestellt. Dort vermutete man die passenden Experten, da sie sich ohnehin bereits mit der Sicherheit und Überwachung technischer Einrichtungen zu befassen hatten. Wer eine solche Lizenz erwerben wollte, musste mehr oder weniger kurz vorführen, dass er starten, anfahren und bremsen konnte. Fast wichtiger noch aber war, technisches Verständnis zu beweisen und die eine oder andere kleinere Reparatur selbst durchführen zu können. Um die Jahrhundertwende breitete sich diese Prüfungsprozedur in Frankreich weiter aus, um schließlich auch nach Deutschland hinüberzuschwappen. In ein Land, in dem Kaiser Wilhelm II. das Automobil noch als „vorübergehende Erscheinung“ bezeichnet haben soll.

Erhöhter Organisationsbedarf

Mit Beginn der Massenmotorisierung in den 1950er-Jahren stieg mit dem Verkehrsaufkommen auch der Regulierungsbedarf erheblich. So wurde 1968 mit dem Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr ein von der UN-Konferenz ausgearbeiteter internationaler Vertrag geschlossen, um die Verkehrsregeln nun länderübergreifend zu vereinheitlichen. In diesem Zuge trat zehn Jahr später das Wiener Übereinkommen über Straßenverkehrszeichen in Kraft, mit dem Ziel, für Verkehrszeichen, Fahrbahnmarkierungen und Lichtsignalanlagen ebenfalls einen international einheitlichen Standard zu setzen.

Unersetzliches Regelwerk

Heute wissen wir längst, das Verkehrsregeln unverzichtbar sind. Als verbindliche, gesetzliche Verhaltensvorschriften bilden sie das Grundgerüst für ein möglichst reibungsloses und konfliktfreies Miteinander im Straßenverkehr. Sie ermöglichen, dass alle Menschen sicher ankommen können und das Verhalten der jeweils anderen für jeden Einzelnen berechenbar bleibt. Sie sorgen dafür, dass sich der Verkehrsfluss in bestimmten Abläufen koordinieren lässt. Und sie ermöglichen es, Verstöße zu identifizieren und damit etwa bei Unfällen die Klärung von Schuld und Haftung herbeizuführen. Heute regeln in Deutschland über 40 relevante Paragraphen der Straßenverkehrsordnung (StVO), wie der motorisierte und nichtmotorisierte Verkehr abzulaufen hat.

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