E-Bikes im Winter: Der Kälte trotzen

E-Bike-Fahrer können auch im Winter kräftig Gas geben, wenn sie ein paar Tricks beachten. Foto: stock.adobe.com/Angela

Frostige Temperaturen setzen Strom­speichern zu. Das kennen viele von der ­Winterwanderung, wenn sie einen besonderen Moment fotografisch festhalten wollen, aber der Akku des Smartphones bei klirrender Kälte keine Energie mehr liefert. Auch die Batterie des E-Bikes will gut behandelt werden, um zuverlässig Leistung zu bringen. Wir geben Tipps, damit am Ende möglichst viel Reichweite rauskommt.

Egal ob es morgens ins Büro, mittags zum Einkaufen oder abends in die Kneipe geht. Viele Menschen lassen sich auch durch Kälte, Eis und Schnee nicht abschrecken und setzen sich aufs Fahrrad. Oder vermehrt gleich aufs E-Bike. Doch die niedrigen Temperaturen setzen den Lithium-Ionen-Akkus der elektrifizierten Drahtesel zu. Das ist konstruktionsbedingt, denn in den Akkus bewegen sich Ionen in einem dickflüssigen Elektrolyt. Mit einsetzender Kälte wird dieses Elektrolyt immer zähflüssiger, sodass die Ionen Schwierigkeiten haben, es zu durchdringen. Daher kann der Energieverbrauch eines E-Bikes im Winter sogar doppelt so hoch sein wie unter idealen Bedingungen. Wer jedoch sein Rad vernünftig wartet, regelmäßig die Kette schmiert, den Reifendruck richtig einstellt und darüber hinaus ein paar Grundregeln beachtet, kann bei Kälte trotzdem weit kommen.

TIPP 1: Auf die Akku-Qualität achten

Sparen Sie nicht an der Qualität. Von Hersteller zu Hersteller sind die beim Akku-Bau verwendeten Materialien unterschiedlich. Insbesondere, was die Elektrolytlösung betrifft. Bei günstigen Produkten kann das Elektrolyt schnel­ler zähflüssig werden, was zu ­stärkeren Leistungseinbußen führt. Außerdem sind Billig-Akkus, wie sie häufig an Rädern vom Discounter oder aus dem Baumarkt zu finden sind, schlechter isoliert und somit anfälliger für Energieverlust. Immer mehr E-Bikes kommen mit Akkus auf den Markt, die in den Rahmen integriert sind. Diese so genannten Intube-Akkus wirken nicht nur optisch schlanker, sondern bringen auch im Winter Vorteile. Da sie sich im Rahmen­inneren befinden, sind sie besser geschützt und werden im Betrieb auch schneller warm.

TIPP 2: Akku nicht unterkühlen lassen

Am wohlsten fühlen sich Akkus bei Temperaturen zwischen zehn und 25 Grad Celsius. Daher sollten sie bei Kälte nicht allzu lange ungenutzt draußen bleiben. Während längerer Fahrpausen oder über Nacht heißt es also: Akku ausbauen, mit ins Warme nehmen und erst kurz vor der nächsten Fahrt wieder einsetzen. Ansonsten geht zu viel Energie ungenutzt verloren und die Reichweite sinkt. Das gilt übrigens genauso für in den Rahmen integrierte Akkus. Auch sie wollen bei Zimmertemperatur geladen und aufbewahrt werden. Um für längere Strecken gerüstet zu sein, stecken erfahrene E-Biker gerne einen zweiten Akku ins Gepäck. Dieser sollte im Winter allerdings möglichst gut geschützt werden. Spezielle ­E-Bike-Taschen aus dem Zubehörhandel verfügen häufig über ein isoliertes Fach. Als „Hausmittel“ empfiehlt sich auch, den Akku in ein Handtuch oder eine Jacke einzuwickeln oder neben einer etwas Wärme abgebenden Thermoskanne zu transportieren.

TIPP 3: Die richtige Ladestrategie wählen

Beim Laden muss die Außentemperatur stimmen, damit der Stromspeicher vollständig und richtig aufgeladen werden kann und keinen Schaden davonträgt. Aus diesem Grund sollte der Ladevorgang erst beginnen, wenn der Akku Zimmertemperatur erreicht hat. Es empfiehlt sich also, nicht gleich nach der Fahrt in der Kälte mit dem Aufladen zu beginnen, sondern ein paar Stunden abzuwarten. Was sich zunächst übertrieben anhört, ist berechtigt: Moderne Akku-Systeme lassen Ladevorgänge erst bei entsprechenden Umgebungstemperaturen zu. Ein Blick in die Betriebsanleitung liefert nähere Informationen zur Handhabung. Um die Lebenserwartung von Lithium-Ionen-Akkus zu unterstützen, sollten diese auch nicht komplett leergefahren werden, sondern noch eine Restladung von etwa zehn Prozent aufweisen. Bei früheren Nickel-Cadmium-Akkus war dies noch anders.

TIPP 4: Den Akku unterwegs wärmen

Der E-Bike-Akku kühlt weniger schnell aus, wenn er in ein spezielles Cover eingepackt wurde. Solche ­Cover sparen Entladungsenergie, was einer höheren Reichweite dient. Dem E-Bike-Motor wiederum bereitet Kälte keine größeren Probleme. Markenhersteller rechnen in unseren Breiten mit Temperaturen von bis zu -25 Grad Celsius, bei denen der Motor einwandfrei arbeiten muss. Normalerweise benötigt er also keine separate ­Abdeckung, der Energieverbrauch ist nicht beeinträchtigt.

TIPP 5: Den Akku ruhig herausfordern

Energiesparen im Eco-Modus dient der Effizienz. Ausschließlich in dieser Stufe zu fahren, tut dem Akku aber im Winter nicht gut. Damit er dauerhaft leistungsfähig bleibt, muss er auch bei Kälte kräftig arbeiten. Deshalb lieber eine höhere Unterstützungsstufe wählen, damit der Entnahmestrom für die Selbsterwärmung des Akkus sorgt. So lässt sich verhindern, dass der Stromspeicher übermäßig auskühlt und Leistung einbüßt. Andererseits sinkt die absolute Reichweite auch bei permanenter Maximalunterstützung. Und Vorsicht: Selbstverständlich müssen Fahrstufe und Geschwindigkeit immer zu den gegebenenfalls winterlichen Wegeverhältnissen passen, denn Sicherheit geht in jedem Falle vor.

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