Diesel: Hardwarenachrüstungen und Kaufprämien

Vor allem Umweltprämien sind die Autohersteller bereit für Diesel der Euro5-Abgasnorm auszuschütten. Bei den SCR-Abgasanlagen als Hardwarenachrüstung stockt das Interesse der Industrie jedoch immer noch drastisch. Foto: Foto: stock.adobe.com/vege

Der Diesel ist derzeit das automobile Aufreger-Thema Nummer eins in Deutschland. Hohen Stickoxid-Werten in den deutschen Großstädten stehen Millionen Euro4- und Euro5-Dieselfahrzeuge gegenüber. Dem bereits bestehenden Fahrverbot in Hamburg folgen ab Januar 2019 Stuttgart und ab April Frankfurt. Lange hat sich die Bundesregierung aus Kosten- und Haftungsgründen gegen Hardwarenachrüstungen gewehrt, doch nun soll es endlich eine Lösung für Anwohner, Pendler, Handwerker und Selbstständige geben.

Die Regierung will gesetzlich festlegen lassen, dass Diesel der Schadstoffklassen Euro4 und Euro5 in Fahrverbotszonen einfahren dürfen, wenn sie weniger als 270 Mikrogramm Stickoxid pro Kilometer ausstoßen. Um das zu erreichen, bietet die Politik zwei Optionen an: Den alten Diesel gegen einen neuen tauschen und als Kaufanreiz vom Automobilhersteller einen Rabatt mittels einer Kaufprämie erhalten, oder den alten Diesel mit einem SCR-Katalysator nachrüsten lassen. 

Allerdings gelten beide Varianten nicht pauschal für alle Dieselbesitzer, sondern zurzeit nur für solche in 14 besonders luftverunreinigten Städten. Dabei handelt es sich um München, Stuttgart, Köln, Reutlingen, Düren, Hamburg, Limburg an der Lahn, Düsseldorf, Kiel, Heilbronn, Backnang, Darmstadt, Bochum und Ludwigsburg. Zusätzlich profitieren von den Vorschlägen der Regierung auch Bewohner angrenzender Landkreise wie beispielsweise berufstätige Pendler, darüber hinaus Selbstständige und soziale Härtefälle. Da aber auch in anderen Städten Fahrverbote als letztes Mittel zur Luftreinhaltung drohen, kann die Liste auch noch erweitert werden. 

Prämien auch beim Kauf von Gebrauchtwagen

Nun kann oder will sich nicht jeder einen Neuwagen anschaffen, um eine Kaufprämie zu erhalten, weswegen auch junge saubere Gebrauchtwagen in die Gunst der Kaufanreize kommen. Ob neu oder jung, der Antrieb (Diesel, Benzin, Elektro, Hybrid) spielt dabei keine Rolle. Wie auch bisher werden die Prämien von den Herstellern festgelegt. Daimler bietet je nach Modell für Neufahrzeuge eine Umtauschprämie bis zu 10.000 Euro an. Für einen jungen Gebrauchtwagen, bei Mercedes "Junge Sterne" genannt, sind es bis zu 5.000 Euro. Volkswagen offeriert Fahrzeugbesitzern mit Dieseln der Euro1-4-Abgasnorm rund 4.000 Euro Umweltprämie, erweitert auf Euro5-Diesel sollen es rund 5.000 Euro sein. BMW/Mini verspricht allen Haltern eines Euro4 oder Euro5 BMW oder Mini Dieselfahrzeugs in den betroffenen Städte-Regionen pauschal 6.000 Euro beim Kauf eines Neuwagens, bei Gebrauchten sind es immer noch 4.500 Euro.

Doch nicht nur deutsche Marken unterstützen die Aktion. So hat Renault angekündigt, je Modell bis zu 10.000 Euro für Neufahrzeuge ausschütten zu wollen. Ford erweitert seine bisherige Aktion ebenfalls auf Euro5-Diesel mit bis zu 8.000 Euro Umweltprämie. Und auch Toyota reagiert: Bis zu 5.000 Euro beim Kauf eines neuen Hybrid-Modells beim Eintausch eines Diesel der Abgasnormen Euro1-6. 

SCR-Nachrüstung lehnt Industrie weitestgehend ab

Problematischer steht es um die SCR-Hardwarenachrüstung. Von den Autoherstellern bezahlt, soll die Haftung laut politischer Forderung von den Nachrüstfirmen übernommen werden. Aber einzig VW hat sich bislang bereit erklärt, Hardwarenachrüstungen zu unterstützen – gesetzt den Fall, dass auch andere Autohersteller mitziehen. Und hier sieht es düster aus. Opel und BMW schließen Hardwarenachrüstungen weiterhin generell aus, Daimler ist noch unschlüssig. Bis auf Volvo stehen alle ausländischen Hersteller SCR-Katalysatoren ablehnend gegenüber. Auch wenn die Politik klare Forderungen an die Industrie gestellt hat, könnte das Thema in den kommenden Monaten also weiter diskutiert werden. 

Säbelgerassel vor den Landtagswahlen

Dem Bürger hilft es indes nicht, denn die Fahrverbote in Stuttgart (Januar 2019) und Frankfurt (April 2019) kommen, ob mit oder ohne Nachrüstung. Eine aufschiebende Wirkung haben auch die Forderungen und Dementis nicht. Und so hat sich außer viel Lärm vor den Landtagswahlen in Bayern und Hessen in Sachen kostenneutraler Nachrüstung eigentlich gar nichts getan. 

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