Die ganze Welt in einem Haus

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Gut 1,5 Mio. Besucher erkunden alljährlich das Deutsche Museum in München. Hier lassen sich Naturwissenschaften live erleben. Doch statt Blitz und Donner ist der faradaysche Käfig derzeit nur von Totenstille umgeben. Technikinteressierte können allerdings virtuell durch Oskar von Millers Schmuckkästchen streifen.

Gemessen an der Ausstellungsfläche ist das Deutsche Museumin München das größte Wissenschafts- und Technikmuseum der Welt. Hier gelingt, was Schule oft vergebens versucht: Physik wird greifbar. Die Idee dazu stammt mit Oskar von Miller von jenem Ingenieur, der die Elektrizität in die deutschen Haushalte brachte und Gründer des Bayernwerks ist.

Als Ziel seines Museums formulierte von Miller den Wunsch, naturwissenschaftliche und technische Erkenntnisse für Laien verständlich und lebendig zu vermitteln. Ein Konzept, an dem auch Prinzregent Luitpold gefallen findet. Gemeinsam mit Kaiser Wilhelm II. setzt er am 13. November 1906 den Grundstein auf die heutige Münchner Museumsinsel, Prinz Luwig übernimmt die Schirmherrschaft. Zu diesem Zeitpunkt ahnt niemand, dass sich die Bauarbeiten über 20 Jahre hinstrecken werden. Auch ist die Welt am Tag der Eröffnung, dem 7. Mai 1925, eine andere.

Doch Oskar von Miller, ein analytischer Ingenieur, hat vorgebaut. Das Deutsche Museum ist bis heute unpolitisch organisiert.

Was im Deutschen Museum zählt, sind harte wissenschaftliche Fakten. Die werden für eine Fülle von Fachbereichen dargestellt. So reicht die Liste der Abteilungen von Amateurfunk bis Zeitmessung. Zu besichtigen gibt es dort Erstaunliches. Etwa den historischen Versuchsaufbau, mit dem Otto Hahn 1938 der Kernspaltung auf die Spur kam, oder Steinbrocken vom Mond.

Einzigartig wird das Deutsche Museum jedoch durch seine Lebendigkeit. Hier wird gekuckt, gestaunt – aber eben auch selbst mitgemacht. Nicht um sonst sagte von Miller, in seinem Museum dürfe jeder machen was er wolle. Hier können Versuche selbst angestoßen oder Exponate in Bewegung gesetzt werden. Sogar die Theodor Heuss, ein kompletter Seenotrettungskreuzer der DGzRS, kann besichtigt werden.

Ein Besuch im Deutschen Museum lohnt also. Für schulische Wandertage ebenso, wie für Touristen auf Städtereise. Zur Zeit ist das freilich nur eingeschränkt möglich. Einerseits wegen Corona, andererseits wegen einer lange anstehenden Generalsanierung. Seit 2015 wird auf der Museumsinsel kräftig gebaut. Ein Abschluss der Maßnahme ist für 2025 vorgesehen. Stattliche 745 Mio. werden dann ausgegeben sein und das Deutsche Museum wieder zu einem zukunftsweisenden Ort der Wissenschaft gemacht haben.

Bis dahin erlaubt eine virtuelle Führung durch das ehrwürdige Gebäude einen guten Einblick, auch in zur Zeit geschlossene Abteilungen.

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