Das geheime Frankenland

Foto: Mittelalterliches Kriminalmuseum Rothenburg o.d.Tbr.

Wer sich auf die Suche nach Romantik und heiler Welt begibt, landet zwangsläufig irgendwann in Rothenburg ob der Tauber. Albrecht Dürer fand hier ebenso Inspiration wie Walt Disney. Nicht ohne Grund, denn spätestens nach Passieren eines der sechs Stadttore scheint es, als sei die Zeit hier stehen geblieben. Doch das Mittelalter bestand eben nicht nur aus malerischen Fachwerkhäuschen und redlichem Handel im Schatten des Rathausturms. Auch Mord und Totschlag gehörten zum Alltag und wurden im Falle einer Verurteilung nicht weniger grausam geahndet. Oder?

"Früher war alles besser" - Wohl jeder hat diesen Spruch schon einmal gehört oder sogar selbst gesagt. Doch ganz so ist es wohl nicht. Denn anders als früher leben wir heute sicher. Früher war Angst um Leib und Leben Teil des Alltags. Auch das Rechtssystem trug seinen Teil dazu bei. Statt neutralen Ermittlungen und ausgefeilter Gesetzgebung gab es Folter, Ehrenstrafen und hochnotpeinliche Strafprozesse. Nicht umsonst spricht Johann T’Serclaes von Tilly, eine der Hauptfiguren im berühmten Rothenburger Meistertrunk, davon, ein rauer Knabe einer rauen Zeit zu sein. Bis heute beflügeln die damaligen Sitten unsere Phantasie.

Deshalb zählt das Kriminalmuseum Rothenburg o.d.Tbr. zu einem der Besuchermagneten in der Touristen-Stadt. Hier geht es allerdings nicht um Schock-Momente wie beispielsweise im Hamburg Dungeon. Nein, das Kriminalmuseum präsentiert seine Exponate unprätentiös und verzichtet bewusst auf Effekthascherei. Erklärtes Ziel ist es, so Direktor Dr. Markus Hirte, den Menschen die Bedeutung unseres heutigen, funktionierenden Rechtsstaates aufzuzeigen.

Ein Konzept, das aufgeht. Immerhin wirken originale Ausstellungsstücke wie Streckbank, Halsgeige oder Bäckertaufe auch ohne visuelle Effekte. Niemand hat das Museum bisher ohne Gänsehaut verlassen.

Trotzdem ist das Kriminalmuseum Rothenburg Anlaufpunkt für Groß und Klein. Denn spezielle Angebote für Kinder, Gruppen oder Juristen bedienen alle Bedürfnisse ausgezeichnet und altersgemäß. Dennoch gibt es zur Zeit keine Besucher, denn auf Grund der Corona-Pandemie gelten strenge Ausgangsbeschränkungen und ein Einreisestopp für die sonst zahlreichen Gäste aus aller Welt.

Dennoch lässt sich in die düstere Zeit jener Tag eintauchen. Denn Nina Anft, Christoph Breit, Saskia Meyer und Rebecca Korn von der Hochschule Ansbach haben einen Krimi-Podcast im Kriminalmuseum produziert. Reinhören lohnt sich, die Studierenden der mit dem ARCD in einer Kooperation verbundenen Hochschule haben eine spannende Arbeit abgeliefert.

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