Bestandsaufnahme GURLITT in der Bundeskunsthalle

Mit freundlicher Unterstützung des Schatzmeisters konnten sich die Teilnehmer des OC ein

eigenes Bild machen, was denn an dem vor 5 Jahren in der Presse hysterisch und reißerisch

verkündeten Fund eines Nazi-Kunstschatzes mit vermeintlichem Wert von bis zu einer

Milliarde Euro dran ist. Wie wir heute gesehen und in den vielen Wandtafeln nachlesen

konnten, ist von Presse, Justiz und Politik ein rechtschaffener Besitzer eines geerbten

großen Konvoluts von zum Teil großartigen Kunstwerken völlig zu Unrecht diffamiert und

drangsaliert worden.

Die Beschlagnahme seiner Sammlung durch die bayerische Justiz erfolgte ohne rechtliche Grundlage allein auf Verdacht und der bloßen Vermutung, hier verstecke der sehr zurückgezogen lebende Sohn des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt die von seinem Vater aufgebaute Sammlung von in NS-Zeiten geraubter Kunst. Als einer der wichtigsten Kunsthändler im Dritten Reich und (Mit-)Verantwortlicher für die Verwertung geraubter Kunst zur Devisenbeschaffung bzw. zur Zusammenstellung für das von Hitler geplante große Kunstmuseum in Linz hätte Hildebrand Gurlitt Gelegenheit dazu gehabt

 

Tatsächlich hat in Deutschland kein großes Museum ein Interesse daran, die Provenienz seiner im Dritten Reich und nach dem Krieg erworbenen oder durch Schenkungen erhaltenen Werke mit dem erforderlichen personellen und damit auch finanziellen Aufwand lückenlos nach Raubkunst erforschen zu lassen. Anders hier, wo man einen hilflosen und wehrlosen alten Herrn und seine Sammlung vorverurteilen konnte. Deutschland hat - auf Kosten eines Privatsammlers - seine guten Absichten zur Restitution von geraubter Kunst unter Beweis stellen wollen und ist hier jämmerlich gescheitert.

 

Von den über 1500 beschlagnahmten Kunstwerken sind nach 5 Jahren gerade einmal 6 Werke trotz Einsetzung einer millionenteuren Expertengruppe als „Raubkunst“ benannt worden. Experten sind sich einig, dass deutsche Museen froh wären, wenn sie eine so geringe Quote für ihre Depots melden könnten. Die 6 Werke sind im Übrigen in Frankreich frei aus „Staatsbesitz“ bersteigert worden, der Händler Hildebrand Gurlitt hat aber sicher gewusst, dass und wie das französische Regime unrechtmäßig in den Besitz gelangt war. Verständlich, dass Cornelius Gurlitt mit der Einsetzung des Museums Bern als Erbe seine bis 2012 unbekannte Sammlung endgültig aus Deutschland abgezogen und ins Ausland vergeben hat.

Der Rundgang durch die Ausstellung bietet insofern gleichzeitig den Genuss bedeutender Kunstwerke von Dürer bis Monet, von Brueghel bis Beckmann aus dem Besitz einer Kunsthändlerfamilie und eine aufwändige Dokumentation, wie der NS-Kunstraub organisiert war und wer die wesentlichen Akteure waren. Ein Besuch, der sich gelohnt hat.

Abschließend erkundeten die Teilnehmer das Restaurant in der Bundeskunsthalle. Testergebnis: Löbliche Qualität und Vielfalt, aber man muss allerhand Geduld mitbringen, bis das Essen kommt; schneller serviert wird das Tagesmenu.

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