Berlin prüft Fahrverbot für Euro6-Diesel

In Berlin drohen ab 2020 Fahrverbote für Euro1-6-Diesel. Foto: stock.adobe.com/william87

Die Berliner Umweltverwaltung hat festgestellt, dass Fahrverbote für Euro4- und Euro5-Diesel nicht ausreichen sollen, um die Stickoxid-Grenzwerte in Berlin über das Jahr 2020 hinaus zu erfüllen. Da auch die meisten Euro6-Diesel die gesetzten Grenzwerte nicht einhalten, könnten auch sie künftig vor den Fahrverbotszonen stehen bleiben müssen.

Betroffen sind 30 besonders belastete Abschnitte in 20 Straßen. Die parteilose Umweltsenatorin Regine Günther bestätigte gegenüber dem Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb), dass Diesel der Schadstoff-Normen Euro6 a, b und c möglicherweise mit streckenbezogenen Fahrverboten rechnen müssten. Wer sich ein solches Fahrzeug anschaffe, könne nicht sicher sein, ab 2020 nicht doch ausgesperrt zu werden, sagte Günther dem rbb. Nur die neuen Euro6d-Dieselautos hielten die Grenzwerte zuverlässig ein. 

Bisherige Maßnahmen nicht ausreichend

Die Senatsverwaltung hat in einer Modellrechnung kalkuliert, wie stark die NO2-Belastung auf Berlins Straßen durch Software-Updates, Hardware-Umrüstungen für kommunale Fahrzeuge sowie Euro5-Fahrverbote sinken würde. Die Berechnungen zeigen, dass selbst diese Maßnahmen nicht ausreichen sollen, um in ganz Berlin den NO2-Grenzwert im Jahr 2020 einzuhalten. 

In einem internen Dokument der Umweltverwaltung mit dem Titel "Zeitplan Modellierungen" vom 18. Juli 2018 heißt es deshalb: "Nachdem ersichtlich wurde, dass ein Fahrverbot nur für Diesel-Pkw bis einschließlich Euro 5 nicht ausreichen wird, um den NO2-Grenzwert überall einzuhalten, (...) wurde letztendlich beschlossen, dass alle Diesel-Pkw bis einschließlich Euro 6c, welche hohe reale Fahremissionen aufweisen, dem streckenbezogenen Fahrverbot unterliegen sollten." 

Während das Verwaltungsgericht von der Verkehrsverwaltung einen Plan erwartet, wie an allen Straßen Berlins zeitnah der EU-Grenzwert eingehalten werden kann, fordert die klageführende Deutsche Umwelthilfe (DUH) sogar ein großflächiges Fahrverbot in der Innenstadt, um Ausweichverkehr durch Wohnstraßen zu verhindern. 

Hohe Wertverluste zu erwarten

Sollte sich das Fahrverbot für Euro6-Diesel in Berlin durchsetzen, dürften hohe Wertverluste für diese Fahrzeuge zu erwarten sein. Da die Umtauschprämien der Hersteller zurzeit nur für ältere Euro4/5-Diesel vorgesehen sind, könnten betroffene Pkw-Besitzer gar nicht darauf zurückgreifen. Die von der Regierung vorgestellten Kaufprämien für moderne Benziner, Hybrid-, Elektrofahrzeuge und Diesel gelten aber auch für junge Gebrauchtwagen mit Euro6-Abgasnorm. Gerade die wären künftig auch von Fahrverboten betroffen. Helfen gegen zu hohe NO2-Grenzwerte könnten nur noch Software-Updates oder Hardware-Nachrüstungen. Der ARCD fordert Politik und Autohersteller auf, schnell zu handeln, um einen Flickenteppich an individuellen Fahrverbotszonen in Deutschland zu verhindern. 

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