Auf einen Tea zur Queen

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Selbst wenn die Medien wieder eine Krise der britischen Monarchie vermelden: Die Queen hat stets Zustimmungswerte von denen demokratisch gewählte Politiker nur träumen können. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein. Ein Aspekt dürfte aber wohl sein, dass jeder selbst gerne einmal Königin oder König wäre. Da ist es schön, dass heute auch die normale Bevölkerung einen Blick hinter die königlichen Kulissen werfen kann. Wie nahezu alle Adelshäuser, so öffnen auch die Windsors ihren Buckingham Palace für Besucher. Zur Freude der Touristen.

Im Herzen Londons steht der Buckingham Palace. Ein sagenumwobener Ort, der als Machtzentrum des British Empire über Generationen hinweg die Geschicke der ganzen Welt bestimmte. Dabei stand er zunächst für alles, was auch heute öffentliche Bauvorhaben kennzeichnet: Verzögerung bei der Fertigstellung, ausufernde Kosten und gravirende Fehlplanungen. Erst Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, der Prinzgemahl von Queen Victoria, schaffte es den Prunkbau nutzbar zu machen. Ihm gelang Planung und einbau einer funktionstüchtigen Heizung und die Schaffung einer ordentlichen Hauswirtschaft.

Anders als beispielsweise die Schlösser Neuschwanstein oder Sanssouci ist der Buckingham Palace kein Museum. Hier residiert mit Queen Elisabeth II. noch eine echte Königin. Mit ihr zusammen arbeiten knapp 500 Menschen im Palast. Es gibt Audienzen, Empfänge und rauschende Feste. Gut 50.000 Teilnehmer erhalten Jahr für Jahr eine königliche Einladung. 

Trotzdem kann Buckingham Palace inzwischen auch von Touristen besichtigt werden. Natürlich sind nur bestimmte Teile für die Öffentlichkeit zugänglich – und auch nur in den Sommermonatn, wenn die königliche Familie ihren Sommerurlaub auf dem Landsitz Balmoral verbringt. Aber immerhin. Schließlich war das Betreten von Buckingham Palace bis zur Regentschaft von Elisabeth II. ausschließlich der Oberschicht vorbehalten. Deren Vertreter hatten dabei auch nach dem Zweiten Weltkrieg höfische Kleidung nach Schnitten aus dem 18. Jahrhundert zu tragen.

Aktuell helfen aber auch Kniebundhosen oder Federschmuck nicht – die Corona-Pandemie macht Reisen nach London unmöglich. Bis sich das wieder ändert, lässt sich wenigstens durch das königliche Schlüsselloch blicken. Denn der Buckingham Palace hat nun einen virtuellen Rundgang durch die könglichen Gemächer ermöglicht.

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