Alkohol im Straßenverkehr wird oft unterschätzt

Auf Alkohol im Straßenverkehr sollten Autofahrer besser ganz verzichten, wenn sie noch fahren wollen. Foto: stock.adobe.com/georgerudy

Im Jahr 2017 verunglückten rund 17.000 Menschen bei Verkehrsunfällen, in denen Alkohol im Spiel war. 231 kamen davon ums Leben. Dass Alkoholkonsum in größeren Dosen die Fahrtüchtigkeit einschränkt, ist bekannt, doch welche Auswirkungen bereits ein Glas Bier haben kann, wird von vielen Menschen unterschätzt.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) kommt in einer repräsentativen Umfrage unter 1.500 Befragten zu dem Ergebnis, dass jeder Vierte auf einer Party innerhalb von vier Stunden bis zu zwei Gläser Bier trinkt, obwohl er danach noch Auto fährt. Jeder Fünfte (20 Prozent) gab sogar an, im gleichen Zeitraum ein bis zwei Gläser Wein (0,2 Liter) oder Sekt (0,1 Liter) zu sich zu nehmen.

Unfallrisiko verdoppelt sich

Auch wenn die Mehrzahl der befragten Autofahrer (72 Prozent) auf Alkohol gänzlich verzichtet, so werden die Gefahren durch Alkohol im Straßenverkehr doch häufig unterschätzt. „Wer alkoholisiert Auto fährt, gefährdet sich, seine Mitfahrer und andere Verkehrsteilnehmer. Da Alkohol sehr schnell die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt, haben alkoholisierte Fahrer hinter dem Steuer nichts zu suchen“, sagt ARCD-Pressesprecher Thomas Schreiner. Schon kleine Mengen können das Unfallrisiko verdoppeln. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war 2017 jeder 14. im Straßenverkehr Getötete auf einen Alkoholunfall zurückzuführen. ARCD und DVR raten deshalb, auf Alkohol im Straßenverkehr besser generell zu verzichten.

Null Promille, null Kompromisse

Weit verbreitet ist der Irrglaube, dass ein Glas Bier oder ein Achtel Glas Wein die Fahrtüchtigkeit nicht einschränken könnten. „Ein Bier kannst Du doch“, ist ein gern genutzter Satz, wenn es um die Frage des Fahrens unter Alkoholeinfluss geht. Diese stellt sich bei Fahranfängern und Autofahrern unter 21 Jahren allerdings nicht. Sie unterliegen hinter dem Steuer einem generellen Alkoholverbot. Wird bei ihnen dennoch ein Alkoholgehalt bis 0,5 Promille festgestellt, ohne dass erkennbare Anzeichen von Fahrunsicherheit vorliegen, gilt dies als Ordnungswidrigkeit und kostet neben einem Bußgeld in Höhe von 250 Euro einen Punkt im Flensburger Fahreignungsregister sowie weitere Auflagen, wie beispielsweise die Teilnahme an einem kostenpflichtigen Aufbauseminar.

Auch bei älteren Autofahrern hört man oft den Satz: „Bis 0,5 Promille sind erlaubt und machen doch nichts aus.“ Doch das stimmt so nicht. Schon 0,1 Promille haben Auswirkungen auf das Verhalten im Straßenverkehr. Ab 0,3 Promille, die bereits durch das Trinken von einem Bier (0,33l) erreicht sein können, wird von einer sogenannten "relativen Fahruntüchtigkeit" gesprochen. Autofahrer schätzen Entfernungen falsch ein, die Aufmerksamkeit lässt nach, und die Risikobereitschaft steigt. Was vielen nicht klar ist: Wer jetzt schon durch unsichere Fahrweise auffällt, muss sich mit einer Straftat wegen Trunkenheit im Verkehr verantworten. Hier können die Konsequenzen neben dem Fahrverbot zudem eine empfindliche Geld- oder Freiheitsstrafe sein.

Kein Freibrief für das Fahrrad

Ab 0,5 Promille wird es für Autofahrer dann kritisch. Hohe Bußgelder, Punkte und einige Monate Fahrverbot sollten je nach Trunkenheitsfahrt Mahnmal genug sein, um besser auf Taxi, Bus und Bahn auszuweichen oder gleich zu Fuß zu gehen. In der Reihe fehlt das Fahrrad, denn hier gibt es auch Promillegrenzen. Wer beispielsweise schon ab 0,3 Promille auffällig Rad fährt oder gar einen Unfall verursacht, muss mit einer Strafanzeige rechnen. Bußgeld, Punkte und Fahrverbot drohen ab 0,5 Promille. Wer mehr als 1,6 Promille "tankt“, hat überdies den Führerscheinentzug zu erwarten, drei Punkte in Flensburg und die Anordnung zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (abgekürzt: MPU).

Alkohol im Straßenverkehr anschaulich erklärt

Das folgende Video des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) informiert anschaulich über die Gefahren von Alkohol im Straßenverkehr.

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